„Solides Wirtschaften statt Verlustmaximierung“

Vertreterversammlung der VR-Bank Isar-Vils: Bilanzsumme über eine Milliarde Euro

Vilsbiburg. In der 29. ordentlichen Vertreterversammlung der VR-Bank Isar-Vils am Mittwochabend in der Vilstalhalle wurden die drei bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Johann Maier, Jakob Schref und Wolfram Thoma in ihren Ämtern einstimmig bestätigt. In einer lebhaften Grundsatzrede kritisierte Vorstandsvorsitzender Anton Schaumeier den Umgang der Politik mit den Genossenschaftsbanken.

Als krassen Gegensatz zu den erfolgreichen Genossenschaftsbanken schilderte Schaumeier die erst kürzlich gescheiterten Fusionsabsichten von Deutscher Bank und Commerzbank. Er sprach von Gier nach Geld und nannte die Anhäufung vieler Fehler „Verlustmaximierung“ – in Anlehnung an die Forderung der Großbanken nach „Gewinnmaximierung“. Es könne nicht das Ziel der Politik sein, zwei oder drei Großbanken in der Szene zu fördern, denn: „Große Banken finanzieren vor allem große Unternehmen.“ Auf kleine Leute seien sie nicht scharf, pointierte der Vorstandsvorsitzende. Durch die vielen Regeln und Vorschriften von Bundesbank und europäischer Zentralbank sah Schaumeier die brav Steuern bezahlenden Genossenschaftsbanken im Schwitzkasten und forderte mehr Rücksichtnahme durch die Politik.

Ganz praktisch ging er dann auf das eigene Geldinstitut ein. Das Kundenverhalten zeige deutlich die stark absteigende Tendenz zur Nutzung der Bankschalter. Dennoch wolle die VR-Bank Isar-Vils in nächster Zeit keine Filialen schließen. Aber um Kosten einzusparen, müsse man die jeweiligen Öffnungszeiten reduzieren und die Schalterhallen teilweise nachmittags geschlossen halten. Um aber für Kundenaufträge von Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr telefonisch oder per Mail erreichbar zu sein, gebe es jetzt das Kundendialog-Center. Aus Schaumeiers Sicht werde damit der Service eher ausgebaut als gebremst.

„Noch zufriedenstellend“

Im Gegensatz zum Ärgernis von null Prozent Leitzins stellte der Vorstandsvorsitzende den Immobilienmarkt seiner Bank in einem rosigen Licht dar. Am Beispiel einer Doppelhaushälfte machte er deutlich, wie sich der Preis in Vilsbiburg und Geisenhausen in den letzten vier Jahren von 300.000 Euro auf 475.000 Euro erhöht habe. Insgesamt hätten sich trotz aller Widrigkeiten die Geschäfte der VR-Bank Isar-Vils mit einer Bilanzsumme von über einer Milliarde Euro positiv entwickelt. Anton Schaumeier sprach von einem „noch zufriedenstellenden Ergebnis“ und endete seine Ansprache mit den Worten: „Fürchten wir uns nicht vor der Zukunft.“ Aber er forderte Veränderungen in der Überzahl an Regeln und Vorschriften.

Als Versammlungsleiter fungierte Aufsichtsratsvorsitzender Walter Deinböck, der die Genossenschaftsbanken als „stabilste Banken Europas“ bezeichnete. Der VR-Bank Isar-Vils attestierte er eine wachsende Kundenzufriedenheit. Zusammen mit Vorstandsmitglied Josef Müller hatte er die Aufgabe übernommen, die Vertreterversammlung durch die trockenen und steinigen Klippen der Geschäftsordnung zu führen. So wurden der Jahresabschluss und die Verwendung des Überschusses von 2018 jeweils einstimmig genehmigt.

Nach der Entlastung der Vorstände und der Mitglieder des Aufsichtsrats bestätigte die Vertreterversammlung die drei turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsräte Johann Maier, Jakob Schref und Wolfram Thoma ohne Probleme und ohne Gegenstimmen in ihren Ämtern. Zuvor war der Vorschlag des Vorstands genehmigt worden, den Mitgliedern für ihre Geschäftsanteile noch in der laufenden Woche vier Prozent an Dividende auszuzahlen. Ein allgemein gelobtes Dreigänge-Menü umrahmte die Vertreterversammlung stilvoll. (Vilsbiburger Zeitung 23.05.2019, Peter Köppen)

Nach den Wahlen: (von links) die Bankvorstände Ludwig Frischmann, Michael Findelsberger, Josef Müller, Vorstandsvorsitzender Anton Schaumeier, die im Amt bestätigten Aufsichtsräte Jakob Schref, Johann Maier, Wolfram Thoma und Aufsichtsratsvorsitzender Walter Deinböck.
Neben den Ehrengästen besteht die Vertreterversammlung aus 158 gewählten Personen.