25.09.2007 VZ: VR-Bank-Event in der Vilsbiburger Vilstalhalle

ZDF-Journalist Peter Hahne fordert die Rückbesinnung auf alte Werte

Ein Referent, der ohne die üblichen bunten Power-Point-Präsentation zur Illustration auskommt und 90 Minuten fast ohne Verschnaufpause spricht: Diese Rahmenbedingungen hätten die meisten Redner und noch mehr ihre Zuhörer überfordert. Nicht so Peter Hahne.

Beim VR-Bank-Event in der Vilstalhalle zog der prominente ZDF-Journalist die Zuhörer von Beginn an in seinen Bann. Wortgewaltig und gestenreich, mal den Zeigefinger schwingend, mal die Faust ballend, forderte er die Rückbesinnung auf alte Werte. Die junge Generation wolle und brauche wieder Vorbilder, an denen sie sich orientieren könne.Und so ging Peter Hahne gleich zu Beginn mit der 68er-Generation hart ins Gericht, wie er dies auch in seinen zahlreichen Büchern immer wieder tut.

Damals habe man Ehe, Famillie, Autorität und sogar Gott abschaffen wollen und den Verlust des Bewusstseins für die eigene Identität eingeleitet. "Darüber staunen die jungen Leute heute Bauklötze", sagte er. Denn mittlerweile sei die junge Generation wieder intensiv auf der Suche nach Orientierung, nach Werten, die die Richtung im Leben vorgeben. Und so könne man in Deutschland gerade eine Trendwende, einen "Umbruch epochalen Ausmaßes", erleben: "Wir fangen endlich an, alte Tabus zu brechen: Werte sind doch keine Domäne der Konservativen und keine parteipolitische Frage, sondern eine Frage der ganzen Gesellschaft."

Deutlich machte er seine These an einem Beispiel, mit dem man gerade in Deutschland aufgrund der Erfahrungen mit der NS-Zeit seine Probleme habe: Viel zu lang habe man zum Beispiel die schwarz-rot-goldene Fahne oder die deutsche Nationalhymne tabuisiert. "Irgendwann kommt es dann zu einer großen Explosion - Wahlergebnisse, die keiner haben will und die Renaissance der Rechten", sagte Hahne und warf die Frage auf, warum es in Deutschland erst die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gebraucht habe, bis man die deutsche Fahne habe schwenken können, ohne sich zu schämen.